Aktuelle Informationen

Energiewende mit Passivhaus-Architektur

Wien, am 16. Oktober 2012._ Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zeigt die IG Passivhaus Österreich, welchen Beitrag intelligentes, (energie)effizientes Planen und Bauen für die Erreichung der Klimaschutzziele leistet und wie die Passivhaustechnologie den Umstieg auf erneuerbare, saubere Energieträger unterstützen kann - auf nationaler und internationaler Ebene.

Vlnr: DI Johannes Kislinger (Obmann der IG Passivhaus Ost, Vorsitzender IG Passivhaus Österreich) DI Dr. Karin Stieldorf (Ass. Prof. an der Abteilung für Hochbau und Entwerfen, TU Wien) Mag. Günther Jedliczka (Geschäftsführer der OeAD Wohnraumverwaltungs GmbH)

Für Johannes Kislinger, Vorsitzender der IG Passivhaus Österreich, ist die Planung und Errichtung energieeffizienter Gebäude eine der tragenden Säulen für die Energiewende: "Die beste Energie ist diejenige, die man erst gar nicht verbraucht. Intelligente Baukonzepte wie das Passivhaus stellen eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten dar, um tatsächlich eine Energiewende herbeizuführen."

Ein Großteil der in Gebäuden verbrauchten Energie geht auf das Konto von Raumwärme und Warmwasseraufbereitung. Hier setzt das Passivhaus an: "Im Durchschnitt weisen Passivhäuser einen um 67 Prozent geringeren Primärenergiebedarf auf als Gebäude, die nach den Anforderungen der OIB Richtlinie 6 errichtet werden", so Kislinger.

Damit leistet die Passivhaustechnologie auch einen Beitrag beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Kislinger dazu: "Aufgrund der geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen sind wir gezwungen Klimaschutz ernst zu nehmen. Das bedeutet, dass wir den Umstieg von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern schaffen müssen. Die beste Voraussetzung dafür ist eine optimierte, effiziente Gebäudehülle und der sparsame Einsatz von Energie. Denn geringer der Verbrauch umso leichter lässt sich der Energiebedarf über Erneuerbare decken."

Passivhaus auf internationalem Parkett

Neben den strategischen Partnerschaften mit den Industrieunternehmen ist die IG Passivhaus Österreich in verschiedenen Kooperationen und Projektpartnerschaften aktiv, wie zum Beispiel der Technischen Universität Wien. Aktuell bei der Teilnahme am Solar Decathlon 2013. Der internationale Wettbewerb für Solarhäuser von morgen wird vom U.S. Department of Energy, Washington, DC im Zweijahresrhythmus ausgeschrieben und gilt als der international anspruchsvollste universitäre Wettbewerb im Bereich des solaren, nachhaltigen Bauens. Die Gruppe der TU Wien ist eines von zwei europäischen Projektteams, die zur Teilnahme ausgewählt wurden. Mit einem High-Tech-Hofhaus gehen die Studenten in Kalifornien an den Start, wo die Prototypen gebaut und zehn Tage lang öffentlich auf ihre Alltagstauglichkeit getestet werden.

Günther Jedliczka, Geschäftsführer der OeAD Wohnraumverwaltungs GmbH, räumt dem Österreichbeitrag beim internationalen Wettbewerb im Oktober 2013 gute Chancen ein. Als Vielreisender in Sachen Passivhaustechnologie hat er den internationalen Vergleich - und den braucht die heimische Passivhaus-Architektur wahrlich nicht zu scheuen. Im Jahr 2005 errichtete die ÖeAD-WV in der Wiener Molkereistraße ihr erstes passivhaustaugliches Studentenheim, dem vier weitere folgten. Und auch das nächste Gästehaus ist schon in Planung, wie Jedliczka berichtet: "In der Seestadt Aspern wollen wir noch einen Schritt weiter gehen und das erste Null-Energie- bzw. sogar Plus-Energie-Studenteinheim Österreichs errichten." Im Rahmen der diesjährigen Tage des Passivhauses, von 9. bis 11. November, öffnen die Studentenheime der OeAD ihre Tore und können von Interessierten besichtigt werden. Insgesamt rund 100 Passivhausbesitzer gewähren heuer einen Einblick ins energieeffiziente Wohnen.

Doch damit nicht genug: Mit der 2011 ins Leben gerufenen Sommeruniversität "Green.Building.Solutions" trägt die OeAD-WV als Veranstalter und Organisator auch in Ausbildung und Lehre zur Weiterentwicklung und Verbreitung des Baustandards bei und fördert den internationalen Wissensaustausch im Bereich Passivhaustechnologie. "Es gibt in diesem Bereich in Österreich so viel gebündeltes Knowhow, deshalb nutzen wir unsere Kontakte zu den Universitäten und unterstützen beim internationalen Wissenstransfer.

last update 22.09.2018