Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das hohen Wohnkomfort und Behaglichkeit mit extrem niedrigen Energiekosten und einem sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt verbindet. Dieses Ziel wird erreicht, indem in Planung und Ausführung auf ein besonders hohes Qualitätsniveau wertgelegt wird. Das heißt, bei einem Passivhaus gelten dieselben technischen und physikalischen Grundgesetze wie für jedes andere Gebäude auch – die Lösungen werden aber wesentlich hochwertiger ausgeführt.

Daher definiert das Passivhaus auch einen Gebäudestandard und kann in verschiedensten Bauweisen (Massiv-, Leicht- oder Mischbauweise), mit allen Materialien (Holz, Lehm, Ziegel, Beton, Glas, Stahl, etc.) und je nach Geschmack gestaltet werden. Damit bietet das Passivhaus jedem Bauherrn und Planer große Freiheiten.

Klar definiert sind hingegen die Qualitätsanforderungen
So darf der Heizwärmebedarf (HWB), auch Energiekennzahl (EKZ) genannt, 15 kWh/m²a berechnet nach PHPP (Passivhaus Projektierungs- Paket) nicht überschreiten. Dies entspricht in etwa maximal 10 kWh/m²a berechnet nach OIB (Österreichisches Institut für Bautechnik – Richtlinie 6), kann aber bei ungünstigen Rahmenbedingungen auch einen HWB von max. 8 kWh/m²a berechnet nach OIB erfordern. Soll eine Beheizbarkeit rein über die Komfortlüftung gewährleisten werden, ist auch die Heizlast mit 10 W/m² begrenzt. Die Gebäudehülle ist Wärmebrückenfrei, sowie Luft- und Winddicht auszuführen, wobei die letzten beiden mittels Gebäudedrucktest überprüft werden und einen n50 -Wert von 0,6 h-1 nicht übersteigen dürfen. Um auch eine umweltfreundliche Abdeckung des Energieverbrauches (inkl. Haushaltsstrom der alleine die Hälfte des Gesamtbedarfs verursacht) sicherzustellen ist der maximale Primärenergieverbrauch auf 120 kWh/m²a festgesetzt.

Um diese Gesamtziele zu erreichen gibt es spezifische Richtwerte die einzelne Bauteile oder Komponenten erfüllen müssen. Zu solchen Richtwerten zählen:

  • U-Werte aller Bauteile bei großvolumigen Objekten ≤ 0,15 W/m²K, bei Einfamilienhäusern ≤ 0,10 W/m²K
  • Verglasung mit Ug-Werten ≤ 0,8 W/m²K und einem g-Wert ≥ 50%
  • Fensterrahmen mit einem Uf-Wert ≤ 0,8 W/m²K nach DIN EN 10077
  • Wärmebrückenfreie Ausführung bezogen auf das Außenmaß
  • Duchgängigkeit der luftdichten Ebene
  • Duchgängigkeit der winddichten Ebene
  • Komfortlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ≥ 75% (nach PHI Zertifikat) bei niedrigem Stromverbrauch (≤ 0,4 Wh/m³)
  • Niedrigste Wärmeverluste bei der Brauchwasserbereitung und –verteilung
  • Hocheffiziente Nutzung von elektrischem Haushaltsstrom
  • Berechnung mit dem PHPP (Passivhaus Projektierungs- Paket) gemäß Passivhaus Institut Darmstadt, Dr. Wolfgang Feist

Allerdings genügt es nicht bloß einzelne Komponenten zu kombinieren. Essentiell ist das funktionieren des Gesamtkonzeptes.

Durch diese im Gebäudesektor bis jetzt einmalige international gültige Definition eines Baustandards erhält der Endkunde eine wesentlich höhere Sicherheit, damit die geforderte erhöhte Behaglichkeit auch erzielt wird.

Um auf Nummer sicher gehen zu können, empfehlen wir ihr Passivhaus von externen Fachprüfern gemäß Passivhaus Institut Darmstadt, Dr. Wolfgang Feist zertifizieren zu lassen. Folgende Firmen und Institute sind in Österreich befugt ein Passivhauszertifikat auszustellen:

last update 16.07.2018