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März 2017
innovative gebäude: Interview des Monats

Mit Ing. Peter Beneder, Fa. XELLA Porenbeton Österreich,Leiter Produktmanagement und Anwendungstechnik

HS: Lieber Peter, wir sind beide IG-Mitglieder der ersten Stunde. Warum ist XELLA schon so lange dabei?
 
PB: Als Hersteller innovativer ökologischer Baustoffe suchen wir natürlich die Nähe anderer Player mit gleichen Interessen. Das Netzwerk ermöglicht den Erfahrungsaustausch, ein gewisses „über den Tellerrand der eigenen Strukturen hinausschauen“. Wir erleben wie Planer und andere Gewerke ticken, womit sich andere im Netzwerk beschäftigen und wo die Ansatzpunkte für neue Entwicklungen zu finden sind.
 
HS: Nun reden ja bei einem Unternehmen wie XELLA Eigentümer mit, die hauptsächlich am Gewinn interessiert sind. Wie stark ist Innovation im Unternehmen verankert?
 
PB: Es wird von Xella international klar  kommuniziert, dass 10 bis 15% des Umsatzes mit innovativen Produkten erwirtschaftet werden sollen, denn ohne Weiterentwicklung verlieren wir die Basis des Unternehmens. Die Forschung und Entwicklung neuer Produkte geschieht bei XELLA nicht nur in der der Technik- und Forschungsanstalt bei Berlin sondern auch in den Unternehmensstandorten und das mit dem Input der Innovationsplattformen. Hier nutzen wir auch die internationale Zusammenarbeit über sogenannte Innovationscircles die regelmäßig stattfinden. Aus solchen  Arbeiten stammt z. B. die aktuelle Senkung der Wärmeleitzahl von YTONG um 10% oder die Entwicklung von MULTIPOR, der mineralische Dämmplatte
 
HS: Was tut XELLA, um die ökologischen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen?
 
PB:  Als Xella Österreich  haben wir den Vorteil, mit YTONG ein Produkt zu haben, das umweltfreundlich hier in Loosdorf bei Melk produziert wird, vollständig wiederverwertbar ist oder als Baurestmasse problemlos entsorgt werden kann. Produktionsabfälle werden zur Gänze wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt, sodass hier keinerlei Entsorgung erforderlich ist.
Hier wird definitiv alles wiederverwertet.Seitens der  Kunden spüren wir den Wunsch, auf problematische Dämmstoffe zu verzichten, weshalb der monolithische und homogene YTONG-Mauerstein gerade sehr beliebt ist. Natürlich braucht es hier wie bei anderen monolithischen Systemen eine genaue Betrachtung von Detailpunkten. Diese Wärmebrücken sind mit Vollwärmeschutz mit weniger Planungs- und Nachweisaufwand auszuführen. So arbeiten wir hier gemeinsam mit Bauphysikern, um die erforderlichen Lösungen zu zeigen.
 
YTONG wird immer noch als Lieferant für Spezialbauteile gesehen. Zum Glück bieten wir nicht nur Badewannenabmauerungen und Zwischenwände. Viele Planer verwenden Produkte wie den Attikastein oder den Thermofuss, der bei thermisch optimierten Gebäuden Wärmebrücken vermeidet. Wir realisieren auch mit Bauträgern Mehrfamilienhäuser in kompakter Bauform mit nur 40cm Wandstärke ohne Zusatzdämmung.
 
HS: In den letzten Jahren ist Kühlung und sommerlicher Wärmeschutz stärker in den Fokus gerückt. Hat hier XELLA auch Vorteile gegenüber anderen Baustoffen?
 
PB: Der YTONG Stein ist trotz seiner Massivität mit  guten Dämmwerten ausgestattet und lässt so nur einen geringen Wärmeeintrag im Sommer zu.

HS: Was  wünscht sich XELLA von der IG?
 
PB: Wir schätzen die Möglichkeit sehr, durch gemeinsame Auftritte wie jenen auf der vergangenen Messe WELS oder Vortragsmöglichkeiten vor Planern wie in Kürze beim PLANERTAG an der TU-Wien in Kontakt mit potentiellen Kunden und Partnern zu kommen. Daneben identifizieren wir uns voll mit den Zielen der IG, das Bauen nachhaltig ökologisch zu verbessern. Die gesellschaftspolitische Arbeit, das Bewusstsein bei Politik, Öffentlichkeit und Medien für ganzheitliches Bauen zu stärken, könnten wir alleine nicht leisten.
 
Das Interview führte Architekt DI Heinrich Schuller

last update 18.12.2017